Fanfarekorps Eendracht Nieuwenhagerheide (1890)

 

Fanfare Eendracht ist ein Fanfarenorchester nach niederländisch/belgischer Art.

Diese Orchesterform wurde ermöglicht durch die Erfindungen des Adolphe Sax aus dem belgischen Dinant mitte 19. Jahrhundert. Sie besteht aus der kompletten Instrumentenfamilie der Sax-Hörner – Flügelhorn; Althorn; Tenorhorn; Tenortuba und Baßtuba -, der kompletten Familie der Saxophone – Sopran-; Alt-; Tenor-; Baritonsaxophon (Baßsaxophon) – erweitert mit dem F-Horn (1/3, 2/4) und dem kompletten scharfem Blech: Trompete (1,2); Kornett

(Es-,1,2); Posaune (1,2,3) und Baßposaune, sowie komplettes Orchesterschlagzeug: Paukensatz (3 oder 4), Bassdrum, Snaredrums, Tomms (4), Drumkit, Tamtam, Glockenspiel, Xylophon usw., je nach Bedarf.

Hauptmelodieinstrument ist das Flügelhorn, welches in den Stimmen 1, 2 und 3 jeweils drei- oder vierfach besetzt wird.

Da dieses Orchester einige Probleme hat mit dem Diskant, wurden seit Mitte der 80’er Jahre Experimente durchgeführt, wobei zum Beispiel einige Klarinetten hinzugefügt wurden. Bekanntestes Orchester auf diesem Gebiet wurde die Fanfare St. Caecilia aus dem limburgischen America, die schon oft erfolgreich war bei dem WMC in Kerkrade. Der berühmte holländische Komponist, Henk Badings, schrieb für diese Besetzung das bekannte “Sagas” (1985). Spezialisten sind sich heute darüber einig, daß dieses Experiment fehlgeschlagen hat. Fanfare Eendracht experimentiert zur Zeit mit der Erweiterung der Besetzung mit einigen Querflöten, aber auch diese Erweiterung ist noch nicht offiziell gestattet, was bedeutet, daß in einem offiziellen Wettbewerb die Querflöten nur mitspielen dürfen, wenn diese in der Komposition vorgeschrieben sind.

 

Fanfare Eendracht ist ein Orchester mit langer Tradition und gutem Namen. Gegründet in 1890 beschloß das Orchester schon 1928 einen  bekannten Dirigenten zu engagieren, der den Auftrag bekam das Orchester qualitativ zu entwickeln. Das Orchester begann an einen Aufmarsch in die höheren Wettbewerbsklassen, der nur kurz durch den 2. Weltkrieg unterbrochen wurde. Fanfare Eendracht verweigerte nämlich den Anschluß an die Deutsche Kulturkammer und wurde verboten. Nach Ende des Krieges wurde der Aufmarsch aber schnell wieder aufgenommen und 1948 gelang der Aufstieg in die nationale Höchstklasse, Superieur. In den Jahren 1952, ’53 und ’54 wurde das Orchester Niederländischer Meister und 1954 wurde zum ersten mal an dem Kerkrader WMC teilgenommen. Auch 1958 war das Orchester dabei. Im Jahre 1963 war die Eendracht wieder Limburgischer Meister, wurde aber bei den nationalen Meisterschaften ex aequo mit der Fanfare uas Schinnen Erster. In den Jahren 1967, 1971 und 1976 schaffte das Orchester wieder die nationalen Meistertitel in der Höchstklasse. Seit dem Jahre 1981 war das Orchester vor allem bei dem WMC in Kerkrade erfolgreich. Es wurden immer Erste Preise mit Auszeichnung erreicht und 1985 bei der Einführung der neuen Sonderklasse für die weltbesten Blasorchester, die Konzertklasse, wurde das Orchester als eines der ersten eingeladen teilzunehmen. Auch 1989 und 1993 nahm das Orchester in der Konzertklasse an der WM teil und errang ehrenvolle 3. und 4. Ränge. 1993 Geschah dies zum ersten Mal unter der Leitung des jetzigen Dirigenten, Hardy Mertens. Auf dem programm stand außer dem Pflichtstück, das übrigens von demselben Hardy Mertens komponiert wurde, unter anderem eine Bearbeitung des 1. Satzes der 4. Symphonie Anton Bruckner’s. Die musikalischen Erfolge der Eendracht sind belegt in der CD-serie WMC Highlights 1985, 1989, und 1993, wobei die Eendracht als einziges Orchester auf allen drei Doppelcd’s vertreten ist.

In den folgenden jahren mußte das Orchester nach fast 50 jähriger Spitzenposition etwas kleiner treten, begann aber gleichzeitig an einem Neuaufbau mit vielen jungen Musikern, der sich seit der Wettbewerbsteilnahme in der Höchstklasse 1999 auch deutlich bemerkbar machte. In den folgenden jahren wurde das Ensemble Fanfare Eendracht/Dirigent Hardy Mertens zu dem bekanntesten Blasorchester der Niederlande. Eine CD-Aufnahme mit dem bekannten Sänger Gé Reinders anläßlich der Promotion des neuen Limburgischen Rundfunk und Fernsehsender, L1, wurde zu einer Publikumssensation und erreichte die Popcharts. Die Fernsehdokumentäre des Auftritts wurde mehr als zehnmahl ganz oder teilweise ausgestrahlt  und es folgten Auftritte in verschiedenen sehr beliebten Niederländischen Fernsehsendungen mit im Schnitt mehr als 2 Millionen Zuschauern. Auftritte im Utrechter Vredenburgsaal anläßlich der Nacht der Poesie und in Maastricht als Schlußact des bekannten Parcours zur Theatersaisoneröffnung zogen zwischen 2.500 und 5.000 Zuschauern, und auch in der Eröffnungsfeier des WMC Kerkrade 2001, die live in Limburg, national und auch in Nordrhein Westfalen von dem WDR ausgestrahlt wurde, war Fanfare Eendracht mit dabei. Im März dieses Jahres wurde das Orchester eingeladen die Titelmusik einer neuen Radio und Fernsehdokumentärreihe ¨ber 100 Jahre Bergbau in Limburg aufzunehmen. Die 12-teilige Rundfunkserie läuft seit Anfang April und die 20-teilige Fernsehserie startete im September. Die vielen Trailer für diese Sendungen sorgen dafür daß die Eendracht wöchentlich mehrmals im Fernsehen zu sehen und zu hören ist.

Am 22. November wurde eine Weihnachtsshow wiederum mit Gé Reinders aufgenommen, die am ersten Weihnachtstag, den 25. Dezember 2002, von dem 1, Niederländischem Fernsehnetz ausgestrahlt wird.

Fanfare Eendracht besteht zur Zeit aus einem Jugendorchester von zirka 35 Musikern; einem Schlagzeugensemble von 11 Musikern und dem Hauptklangkörper des Fanfarenorchesters der aus zirka 65 Musikern besteht.

 

 

Dirigent

Hardy Mertens


Dirigent Hardy Mertens wurde 1960 in Nieuwenhagen geboren. Er studierte Musicologie an der Universität von Utrecht, sowie Blasmusikdirektion bei Gerrit Fokkema und Kompostion bei Hans Kox an der Utrechter Musikhochschule. Als Komponist beschränkt er sich bewust auf die seriöse Blasmusik und gehört international zu den bedeutendsten Vertretern dieser Musikart. Sein eersten erfolge als Komponist errang er mitte der ‘80er Jahre mit Kompositionen wie Armageddon für großes Blasorchester, sein Klarinettenkonzert und die Komposition Nulli Cedi für Fanfare und Tenorstimme. In dieser Zeit war er Mitglied und Mitgründer des Komponistenkollektivs “Cluster”, welches viele bedeutende Erneuerungen in der Blasmusik bewirkte.

Sein internationaler Ruhm begann 1988 als seine Komposition Zodiac, Limit for the Lion als Pflichtstück für die 2. Division Harmonieorchester des Kerkrader WMC’s auerwählt wurde.

Die teilnehmenden Orchester aus ganz Europa, Nord Amerika und vor allem dem Fernen Osten waren so begeistert von dieser Komposition, daß er als Berater und Gastdirigent eingeladen wurde. Die bekanntesten und wichtigsten Kontakte waren die zu  Orchestern in Singapore und Sardinien in Italien. Diese Kontakte blieben nämlich über langen Jahre erhalten und hatten viel Kompositionsaufträge zur Folge. Zwei dieser Aufträge – Prayer for Wind Band and Ethnic Percussion und Variazioni Sinfoniche su “Non potho Reposare” -, wurden von der Singapore Wind Symphony und der Lao Silesu Samassi während des Jubiläums WMC 2001 in der Kerkrader Rodahalle uraufgeführt, und beide Aufnahmen sind auf den Highlights CD’s des WMC 2001 aufgenommen. Auch die bekannten professionellen Blasorchester wie die Niederländische Marinierskapelle und die Königlichle Militär Kapelle, sowie das bekannte Große Harmonieorchesdter der Guiden aus Brüssel haben Kompositionen von Hardy Mertens oftmals für Konzerte programmiert und eingespielt auf CD.

 

Als Dirigent ist Hardy Mertens als Chef tätig bei Fanfare Eendracht Nieuwenhagerheide und Harmonie Eendracht Maakt Macht Wessem. Zusammen mit Pierre Kuijpers dirigiert er die Philips Harmonie Eindhoven und zusammen mit Hans Boom das Nationale Polizeiorchester der Niederlande.

Als Gastdirigent ist er tätig in Singapore, Gazzaniga und Samassi Italien, in Israel und vielen anderen Ländern der Welt. Er ist als Professor der Musik tätig am Tilburger Konservatorium, wo er zusammen mit Professor Jan Cober die Blasmusik Dirigentenklasse leitet, die eine der führenden in der Welt ist.

Als Komponist gehört er zu den führenden internationalen Blasmusikkomponisten, was sich vor allem in Kerkrade bemerkbar macht wo Orchester aus allen Kontinenten der Welt alle vier Jahre viele seiner  neuen Werke uraufführen. Im Jahre 1993 erhielt er von dem WMC Vorstand die ehrenvolle Einladung zusammen mit dem Amerikaner Alfred Reed und dem Belgier Jan van der Roost die Pflichtkomposition für die Konzertklasse zu schreiben.

Während des großen WMC-Festivals in 2001 wurden nicht weniger als 4 seiner neuen Werke uraufgeführt.

Hardy Mertens

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 

 

(Hendrick Anna Christiaan) Hardy Mertens (* 20. Februar 1960 in Nieuwenhagen) ist ein zeitgenössischer, niederländischer Komponist.

Er absolvierte ein Studium der Musikwissenschaften an der Reichs-Universität Utrecht, und diplomierte mit einer Problem-Analyse für das niederländische Blasorchesterwesen. Danach studierte er am Konservatorium in Utrecht Blasorchester-Direktion bei Gerrit Fokkema und Komposition bei Hans Kox. Schon recht früh schuf er einige Kompositionen für Blasorchester und erhielt dazu Aufträge diverser Einrichtungen, wie z.B. SONMO, dem Fonds der Tonkünstler und dem regionelen Blasmusikverband der Provinz Limburg. Darüberhinaus engagierte er sich als Dirigent verschiedener Blasorchester. Er folgte Einladungen nach Singapur und Japan, wo er ein erfolgreicher Promotor niederländischer, authentischer Bläserwerke, nicht zuletzt auch seiner eigenen Kompositionen war.

Werke

Werke für Orchester

  • 1979 Duodecimet no. 1 für 12 Streicher

Werke für Kammermusik

  • 1979 Scyths für 2 Euphonia und 2 Bass-Tuben

  • 1979 Trio für Flöte, Oboe und Klarinette

  • 1986 Museum für Trompete, Posaune und Piano

Werke für Blasorchester

  • 1981 Pegasus, opus 88

  • 1981 Ideoplastiek, opus 92

  • 1982 Die Strafe der Geschwister Rein und Pur liegt in ihnen selber, opus 100 für Bariton und Symphonisches Blasorchester

  • 1982 Three times the Ear takes over from the Eye, opus 107 für Klarinette-Quartett und Blasorchester

  • 1983 Zodiac, Limit for the Lion, opus 109a

  • 1983 Shocked, Paralised and Thrilled, opus 116 für Akkordeon und Blasorchester

  • 1983 Poème de L'Eau, opus 120 für Symphonisches Blasorchester

    • 1. La mer

    • 2. Le lac

    • 3. La rivière

  • 1983 A Jazzrock Sonata opus 123

  • 1984 Queen of Sheba opus 125 Sinfonische Dichtung für Englischhorn und Symphonisches Blasorchester

  • 1984 Nulli Cedo opus 130 für Brass-Band

  • 1984 Nulli Cedo opus 130A für Fanfare-Orchester

  • 1985 Symphony Nr. 1 "Voice of Mind" opus 133 für Alt, Bariton und Symphonisches Blasorchester

    • 1. Introduction and meditation

    • 2. Caccia

    • 3. Requiem

    • 4. Pallavi

    • 5. Rondo skolion

  • 1986 Nirvana's Touch opus 136 für Fanfare-Orchester

    • 1. The awakening from a material dream

    • 2. The beauty of wisdom

    • 3. Through the gate of enlightenment

  • 1986 Konzert für Klarinette und Symphonisches Blasorchester opus 137

    1. Circe

    2. Aphrodite

    3. Medusa

  • 1986 Hubbub, a Circus Gallopade opus 138 für Pianola-Solo und Blasorchester

  • 1987 Walhalla opus 140

    • 1. The warrior's preparation

    • 2. The terrible battle

    • 3. The walkyre's reward

    • 4. The services to Odin

  • 1987 Armaggeddon opus 141

    1. The Gathering of People

    2. The Four Horsemen

    3. The Four Winds

    4. The Complete Silence

    5. The Seven Trumpets of Doom

    6. The Final Judgement

    7. Epilogue - Revelation 21

  • 1987 Maori opus 142 für Flügelhorn Solo und Blasorchester

  • 1987 The Three Storms (Sang Tsè Tai Fung) opus 143 "In memoriam Henk Badings" für drei Alt-Saxophone und Blasorchester

  • 1987 Aragorn opus 144

    • 1. On the run from the Ringwraiths

    • 2. The love for Arwen Evenstar

    • 3. The battle at Helm's Deep

    • 4. The summoning of the host of ghosts

    • 5. The feast on the field of Cormallen

  • 1987 The Ainur opus 146

    • 1. Lórien

    • 2. Melkor

    • 3. Manwë

    • 4. Aulë

    • 5. Oromë

    • 6. Tulkas

    • 7. Ulmo

    • 8. Mandos

  • 1988 Fiefoerniek opus 147

  • 1988 Awareness, Soundtrack to the movie opus 148

  • 1989 Symphony Nr. 2 "Revelations" opus 153 für Mezzo-Sopran, Männerchor und Symphonisches Blasorchester

    1. Fear and fury

    2. Hallucination

    3. Le cri de ralliement; Text entlehnt aus Le vedette du Limbourg, veröffentlicht am 27. Dezember 1838 in Hasselt, Belgien

    4. Carnival

  • 1989 Ritual opus 154

  • 1989 Da pacem domine opus 155 basierend auf den Introitus Hebdomadae Vigesima Quarta

  • 1989 Leonardus Rex opus 156

  • 1990 Cantico di Frate sole opus 156 basierend auf einen Text des Franz von Assisi

  • 1990 Pushing the Limits opus 160

    1. Perseverance

    2. Success

    3. Reflection

    4. Expansion

  • 1990 Sonetto opus 161 für Brass-Band

  • 1991 Säntis "a solitary walk on a Swiss mountain" opus 162 für Fanfare-Orchester

  • 1991 Arnoldo Paso-doble

  • 1991 The Singapore Experience opus 165

  • 1991 Bam, Bam opus 166

  • 1992 Requiem for a captive Condor opus 173

  • 1994 The heavenly flute player and the dragon king opus 182

  • 1995 Poseidon opus 185 für Horn und Symphonisches Blasorchester

    1. Poseidon arises from the sea

    2. Voyages in the golden carriage

    3. The creation of the first horse

    4. The adultery with Medousa

    5. The wrath of Athena

    6. The love for Gaia

    7. Poseidon's undisputed divinity

  • 1995 Kykládes opus 186

    1. Paros

    2. Syros

    3. Mykonos

    4. Naxos

    5. Santorini

  • 1996 Ballroom bamboozles

    1. Samba

    2. Waltz

    3. Blues

    4. Trot

    5. Square Dance

  • 1996 Xenia Sarda opus 197

  • 1998 L' arco dell'angelo

  • 1998 Cante jondo Choreografische Fragmente für Blasorchester

  • 1998 Psalm 19 für Klarinetten-Quartett und Fanfare-Orchester

  • 1999 Adagio für Symphonisches Blasorchester

  • 1999 Lest we forget für Mezzo-Sopran und Blasorchester

  • 1999 U mundu drentu a ti (Il mondo dentro te) Sinfonische Dichtung auf einen aus Sardinien in sieben Sätzen für Sopran und Blasorchester

    1. Cusci vexin e cusci luntan

    2. Ôia prufûmmau

    3. Mô tûrcaize

    4. Drentu a ti

    5. Ox_lli e farchetti

    6. Lûxe d'argentu

    7. Cusci luntan e cusci vexin

  • 2001 Variazioni sinfoniche su "Non potho reposare" canto della nostalgia

  • 2001 Prayer

  • 2001 Once I was a dreamer für Fanfare-Orchester

  • 2002 Louice and Blue eyes für Alt-Saxophone und Blasorchester

  • All the mouth-watering meals for flashing flora, the nimble naughty hungry ghost on the loose für Symphonisches Blasorchester und sechs traditionelle chinesische Percussion Instrumente

  • Aphrodite

  • 2004 Iris Konzertwerk für Sinfonisches Blasorchester

Vokalmusik

  • 1979 Kwarttonale ode für gemischten Chor

Weblinks


 

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